WOT

World of Traditional 2009

 

15-16 August
 

Ein Turnier nur für traditionelle Schützen in mittelalterlichem Ambiente, mit großem Bogenmarkt und Schüssen aus den Traditionen verschiedenster Länder - darauf haben wir uns schon das ganze Jahr gefreut. Also auf nach Adventon bei Osterburken.

Den ersten kleinen Dämpfer gab es gleich bei der Ankunft. Nachdem sich schon im Vorjahr die 2 Herren- und 4 Damentoiletten im Gelände trotz der Verstärkung durch 2 Dixies am Parkplatz als unzreichend erwiesen hatten, fehlten heuer auch noch die Dixies. Sparmaßnahmen in der Wirtschaftskrise?

Dann gings zum Einschussplatz. Drei kleine Scheiben auf einem ziemlich kleinen, zwar gemähtem aber mit dem liegengelassenen Heu bedeckten Feld - für 300 SchützInnen? Etliche Pfeile versteckten sich auch sofort unter dem Heu und erst der von den Pfeilbesitzern aufgetriebene Rechen sorgte für ein freudiges Wiedersehen.
Am ersten Turniertag gestaltete sich das Einschießen auf Grund der Platzverhältnisse für alle außer die extremen Frühaufsteher als Hindernislauf.

Zwei 3D Parcoure waren gestellt - aus unerfindlichen Gründen von auffallend unterschiedlicher Gehdistanz, was diejenigen benachteiligte, die am zweiten Tag den längeren zu bewältigen hatten.

Das Auffinden der - in der Mehrzahl eher kleinen - Tiere erwies sich häufig als ein Suchspiel im Unterholz, das Finden des - zugegebenermaßen immer vorhandenen - Schussfensters ebenfalls. Apropos vorhanden - extrem eng wars in der Mehrzahl der Fälle.

Vergeblich hielten wir in den meisten Fällen nach einem Pfeilfang Ausschau. Hinter den Tieren befand sich wahlweise Gestrüpp, Abgrund mit Totholz oder hohes Gras. Sicher, man könnte auch einfach treffen, dann müsste man nicht suchen. Aber bei so vielen Schützen muss der Parcourbauer auch Fehlschüsse einkalkulieren. Da mutete Veranstalter Kalles Aufforderung, das Suchen zeitlich bis zum Eintreffen der nächsten Gruppe einzugrenzen, doch leicht eigenartig an. Außerdem: Den Puma einen Meter tiefer am Hang zu stellen, hätte einen ausgezeichneten Hintergrund für Fehlschüsse abgegeben und man hätte die Äste in der Senke dahinter nicht umwenden müssen. Einiges war für Linkshänder eindeutig schwerer als für Rechtshänder (zum Beispiel der Schuss vom Pferd) - das sollte nicht sein.

Was das Stellen allgemein betrifft, kam es uns etwas lieblos vor. Keine Rede von schönen Arrangements, geschweige denn originellen Platzierungen oder realitätsnaher Aufstellung. Was tut zum Beispiel ein Steinbock mitten auf einer Wiese? Noch dazu umgeben von Heu (wieder einmal spielten die Pfeile Verstecken) und dahinter hüfthohe Wildnis. Da haben wir doch bei einigen heimischen Turnieren heuer schon wesentlich mehr Liebe zum Detail gesehen. Auf den Bilder einiger Turnierberichte im  TB Magazin (frühere und aktuelle Ausgabe) im Übrigen auch.

Cloutschießen und der koreanische Weitschuss (165 beziehungsweise 145 Meter) sind für uns etwas gänzlich Ungewohntes (für die meisten anderen Teilnehmer auch, was man so gehört hat). Dazu 6 (5) Pfeile von jedem zu schießen - das verlängerte den Aufenthalt bei diesen Scheiben und führte zu erheblichen Staus - in der prallen Sonne kein ausgesprochenes Vergnügen. Wären da nicht die üblichen 3 Pfeile genug gewesen?

Interessant machten das Turnier lediglich die Sonderschüsse.  Asiatische Traditionen (mongolischer Schuss auf Dosen, koreanischer Weitschuss, Geishaschuss mit einem Zimmerbogen, japanischer Fächerschuss), sowie Fasslschießen, Speedschießen, Schießen im Einbeinstand, französischer Bersaultschuss, Partherschuss vom Pferd - das war neu, originell und machte Spaß. Zuschauerfreundlich waren die meisten dieser Schüsse im und unmittelbar um das Dorf aufgebaut. Eine Herausforderung auch der Schuss auf eine 15 Zentimeter breite Latte aus doch erheblicher Entfernung.

Der Bogenmarkt zentrierte sich in diesem Jahr auf den Innenhof  (letztes Jahr waren die Stände im Gelände verteilt). Die anwesenden Händler waren kompetent und gut sortiert, wir haben anregende Gespräche geführt, sowie einiges Neues und Originelles gesehen. Schade nur, dass in diesem Jahr kein Gast vom Kaliber Hilary Greenlands und ihrer Freunde gewonnen worden war. Es fehlten auch die mongolischen Gäste und mir scheint, im Vorjahr waren mehr Gewandete dabei.

Alles in allem waren die Sonderschüsse, die netten Leute, die wir getroffen haben und die anwesenden Händler die Reise wert. Als 3D Turnier würden wir die weite Anreise nicht der Mühe wert finden, in der unmittelbaren Umgebung von Salzburg kann man schönere erleben.

 

 

Bilder gibt´s hier